Helfen Sie beim Helfen: Unser Freiwilligen-Team der Schreibstube Schaffhausen berät und  begleitet Menschen bei der Stellensuche und unterstützt sie damit auf ihrem Weg zu einer qualifizierten  Bewerbung.
Spricht Sie diese Tätigkeit an und haben Sie:
  • ein- bis zweimal wöchentlich ca. 2 Stunden Zeit?
  • Verständnis für Arbeit suchende Menschen?
  • Gute PC-Anwenderkenntnisse?
  • Freude und Sicherheit im Formulieren und Verfassen von Texten?

Ja? Dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme mit:

Christa Stratz / 079 340 75 19 oder
christa.stratz@schreibstube-sh.ch

Arbeitsraum

Fotos Peter Pfister / Christa Stratz

Beim Schreiben und Lesen helfen

Die Schreibstube, eine Hilfseinrichtung für Arbeitslose, führte vergangene Woche drei Besuchstage durch. Über der Verkehrspolizei werden Bewerbungen verfasst, Formulare beantwortet und Steuererklärungen ausgefüllt.
Niklas Rapold, Schaffhauser Nachrichten vom 24.11.2021

SCHAFFHAUSEN. In den Büroräumen 412 und 413 im 4. Stock an der Emmersbergstrasse 1, im gleichen Gebäude wie die Verkehrspolizei und die SBB, findet man die Schreibstube. An zehn PC-Arbeitsplätzen kann hier jeweils mittwochs und donnerstags zwischen 13.30 und 14.30 Uhr sowie dienstags von 19 bis 20 Uhr gearbeitet werden. Jerosch aus Büsingen ist häufig hier. Ursprünglich sei er gekommen, weil er zu Hause Probleme mit dem Internet hatte. Mittlerweile seien diese längst behoben, doch schätze er den sozialen Kontakt und die angenehme Atmosphäre in der Schreibstube.
Jerosch ist einer der wenigen, die flies send Deutsch sprechen und selbständig arbeiten. Häufiger sind jene Klienten, die Hilfe von den 15 Schreibhelfern benötigen. In den meisten Fällen werden sie vom regionalen Arbeitsvermittlungszentrum an die Schreibstube verwiesen, damit sie dort Bewerbungen verfassen können. Es seien aber auch schon Leute aus dem Kanton Glarus oder dem Bündnerland gekommen, weil sie gehört haben, dass ihnen in Schaffhausen geholfen würde, sagt Yvonne Birkner, Schreibhelferin und Mitglied im Vorstand der Schreibstube. «Ich bin ehemalige Lehrerin, es gefällt mir, wenn ich anderen helfen kann», erklärt sie ihr Engagement. Der Dank der Klienten oder eine kurze Nachricht, wenn eine Bewerbung erfolgreich war, reiche ihr als Lohn.

Einer der Klienten ist Axmed Xuseen Cumar. Er ist 46 Jahre alt und vor 25 Jahren aus Somalia in die Schweiz gekommen. Eine Ausbildung hat er nicht, aber Erfahrung als Küchenhilfe. Er habe einige Zeit in Zürich gearbeitet, aber als die Restaurants aufgrund der Pandemie schliessen mussten, habe er seinen Job verloren, erzählt er. Seitdem konnte er mithilfe seines Betreuers bereits in einigen temporären Jobs arbeiten, beispielsweise im Kantonsspital oder im Schlössli Wörth. Über hundert Bewerbungen hat er schon geschrieben. Bewerbungen machen rund 80 Prozent der Arbeit aus, aber die Schreibhelfer unterstützen auch beim Verstehen eines Formulars oder dem Ausfüllen der Steuererklärung. Ihre Hilfe kostet nichts. Nur für allfällige Ausdrucke oder einen Datenträger ist ein kleiner Betrag zu bezahlen. Ermöglicht wird das einerseits durch die zahlreichen freiwillig geleisteten Stunden, andererseits durch verschiedene Gönner, wie die Windler-Stiftung, die Stadt Schaffhausen und die Kirchgemeinden.
Arbeitslose Pioniere
Den Ursprung der Schreibstube findet man im Jahr 1993, als einige Arbeitslose zusammen eine erste Schreibstube gegründet haben. Rudolf Henes und Elisabeth Sanitz waren, wie viele andere auch, im Zuge der rasch steigenden Arbeitslosigkeit in den Neunzigern auf Stellensuche. Im ehemaligen kantonalem Labor an der Hohlenbaumstrasse, vom Kanton gratis zur Verfügung gestellt, durften sie sich einquartieren. Sie richteten einen Rückzugsort ein, an dem man sich beschäftigen konnte, um der Langeweile zu entkommen. So gab es zum Beispiel ein Malatelier oder eben eine Schreibstube.
Nach sieben Jahren erfolgte innerhalb eines Monats die Liquidation der damaligen Schreibwerkstatt, da sich die Wirtschaftssituation verbessert hatte. Rudolf Henes und Jakob Koch – Letzterer ist noch heute aktiv als Schreibhelfer tätig – waren mit der Entscheidung unzufrieden. «Die Schreibstube war zu keinem Zeitpunkt leer», sagt Koch. Kurzerhand gründeten die beiden im Oktober 2000 einen neuen Verein und eröffneten im persönlichen Büro von Jakob Koch an der Emmersbergstrasse im ersten Stock eine Mini-Schreibstube. Sie wurde rege genutzt und bald reichte der Platz nicht mehr. Deshalb zogen sie nach zwei Jahren in die heutigen Räumlichkeiten um. Gründungsmitglied Jakob Koch betreut Jerosch aus Büsingen.
BILD NIKLAS RAPOLD

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HÜT IM GSPRÖCH – 9. April 2018 / Claudia Trutmann und Felix Blum (Co-Präsidium bis September 2019) im Schaffhauser Fernsehen

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